Welche Magen-Darm Beschwerden sehen Sie am meisten in Ihrer Praxis?
Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung und Reflux sehe ich am meisten in meiner Praxis.
Wie zeigt sich ein Reizdarm?
Mit dem Begriff Reizdarm, oder Colon irritabile (IBS) werden wiederkehrende Bauchschmerzen mit Stuhlunregelmässigkeiten, d.h. Durchfall und/oder Verstopfung zusammengefasst. Es gibt eine Menge anderer möglicher Begleitbeschwerden. Typisch sind Blähungen und ein Blähbauch, Völlegefühl, Unwohlsein.
Ist ein Reizdarm das Gleiche wie das Leaky-Gut-Syndrom?
Mit 'leaky gut' wird eine gesteigerte Durchlässigkeit der Darmwand beschrieben, die v.a. bei Entzündungen nachgewiesen wird. Bei einem Reizdarm kann 'leaky gut' eine Rolle spielen, dieses ist aber nicht bewiesen oder nachweisbar bei jedem Reizdarm.
Und was ist ein Reizmagen?
Dies ist ein Begriff für Beschwerden, wie Völlegefühl, schnelle Sättigung oder Schmerzen im oberen Bauch nach dem Essen, wenn andere erklärende Erkrankungen bereits ausgeschlossen wurden.
Welche Beschwerden passen zu SIBO?
Die Beschwerden, welche in Zusammenhang mit der bakteriellen Überwachung des Dünndarms (SIBO) gebracht werden, entsprechen denen eines Reizdarms oder Reizmagens oder auch einer Nahrungsmittelintoleranz. Dieses sind sehr wahrscheinlich überlappende Syndrome, die mit einer gesteigerten Fermentierung und einem veränderten Mikrobiom (Darmflora) zu tun haben.
Sind Beschwerden ausserhalb des Darms auch wichtig in Ihrem Spezialgebiet?
Ja, diese sind in meiner Praxis äusserst wichtig und deren Erfassung ist massgebend bei meinen Patienten, die häufig zur Drittmeinung zugewiesen werden. Veränderungen auf der Haut, in den Gelenken oder Muskeln, in der Gehirn- oder Herzfunktion sind wichtige Hinweise bei der Suche nach Erkrankungen die den Magen-Darm betreffen. Sie sprechen für Prozesse, die nicht nur im Darm lokalisiert sind.