Dr. med. Clive Wilder-Smith
Gastroenterologe

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Bereich Becken­boden

Ich führe eine besondere Sprechstunde zur Abklärung der Störungen des Beckenbodens durch. Neben umfassender Erfahrung und Spezialwissen ist die Einfühlsamkeit massgebend für mich. Ich verstehe, dass Beschwerden einer Inkontinenz, Verstopfung oder hartnäckiger Beckenschmerzen peinlich für Sie sind. Ich verfüge über die notwendigen Spezialabklärungsgeräte und die ggf. wichtige Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten.

Wie äussert sich eine Stuhl­inkontinenz?

Dieses ist natürlich ein peinliches und sozial einschränkendes Problem. Stuhlgang kann nicht zurückbehalten werden, bis eine Toilette erreicht wird (Grad III). Mildere Formen von Inkontinenz betreffen die Kontrolle von Darmwind or Darmgas (Grad I) oder flüssigen Stuhlgang (Grad II). Stuhlspuren in der Wäsche sind Anfangszeichen. Ich kläre diese Probleme in meiner anorektalen Sprechstunde ab.

Habe ich eine Verstopfung?

Ich sehe Verstopfung in allen Altersklassen, aber die Ursachen unterscheiden sich. Eine Verstopfung bedeutet entweder seltener Stuhlgang (z.B. weniger als 2x pro Woche) oder Mühe den Stuhl zu entleeren (d.h. starkes Pressen, harter Stuhl, unvollständige Stuhlentleerung oder 'Blockieren'). Die korrekete Bezeichnung für Mühe den Stuhl zu entleeren ist eine obstruktive Defäkation.

Gibt es chronische Schmerz­syndrome im Beckenboden?

Diese sind häufiger komplexe Angelegenheiten, die zu mir als Drittmeinung gelangen. Die Beschwerden sind vielfach chronisch, stark belastend und stören z.B. beim Sitzen, Fahrradfahren, Stuhlgang oder Geschlechtsverkehr.

Welche Ursachen gibt es für eine Stuhlinkontinenz (Mühe Stuhlgang zu behalten)?

Zwei Hauptgründe erklären die meisten Probleme mit der Kontinenz: Wie dicht ist der Verschlussapparat und was ist die Konsistenz des Stuhlgangs? Auch ein normaler Schliessmuskel kann flüssigen Stuhlgang schlecht kontrollieren. Viele Zuweisungen zur Abklärungen von Stuhlinkontinenz haben eigentlich ein Problem mit Durchfall. Die häufigsten Ursachen einer Stuhlinkontinenz sind Sphinkterschäden nach vaginalen Entbindungen bei Geburten und Hämorrhoidenoperationen. Ich sehe auch andere, seltenere, angeborene Ursachen für eine Inkontinenz.

Was sind die Hauptgründe für eine Verstopfung?

Bei der Verstopfung (Obstipation) unterscheide ich zwischen zwei wesentlichen Symptomgruppen: der Mühe Stuhlgang vollständig zu entleeren, mit starkem Pressen und Gefühl des 'Blockierens', oder einer seltenen Meldung (Drang) zum Stuhlgang (slow transit constipation). Blähungen und Völlegefühl sind häufig vorhanden, Einrisse (Fissuren) am After kläre ich mittels Enddarmspiegelung ab.

Wie entstehen chronische Beckenschmerzen?

Chronische Beckenbodenschmerzen beginnen meist nach Operationen oder Trauma.

Wie wird eine Stuhlinkontinenz untersucht?

Die genaue Anamnese und Untersuchung sind massgebend. Ich bemühe mich dabei einfühlsam und diskret zu sein. Die Untersuchung ist nach ca. 30 Minuten vorbei und umfasst die manuelle und Ultraschalluntersuchung, sowie die Druckmessung. Manchmal benötige ich auch ein Röntgenbild (Defäcographie). Wenn Durchfälle regelmässig bestehen, muss die Ursache hierfür zuerst gesucht und behandelt werden.

Welche Abklärungen sind bei einer Verstopfung sinnvoll?

Fragen zum Verlauf und die körperliche Untersuchung sind wichtig. Bei einer neuaufgetretenen Verstopfung, ist eine Dickdarmspiegelung ggf. notwendig. Bei einer Entleerungsstörung können die Funktionsprüfung der Beckenbodenmuskeln und Röntgenabklärung (Defäcographie) weiterhelfen. Die Colontransitzeit Messung (Röntgen) belegt einen verlangsamten Damtransport.

Sind Untersuchungen wichtig bei chronischen Beckenschmerzen?

Die wichtigste Abklärung ist die körperliche Untersuchung und Befragung. Hier spielt Erfahrung eine wesentliche Rolle. Ergänzend können die Enddarmspiegelung und die Beckenboden MR-Untersuchung zum Ausschluss von versteckten Erkrankungen weiterhelfen.

Wie wird eine Stuhlinkontinenz behandelt?

Je nach Ursache, Ausmass und Alter empfehle ich konservativ Lifestyleveränderungen, Physiotherapie und/oder Medikamenten. Auch Operationen oder die Neurostimulation werden in Abhängigkeit Ihrer spezifischen Lage eingesetzt.

Welche Therapie gibt es für eine Verstopfung?

Die Therapie muss individuell angepasst werden. Ernährungsanpassung, pflanzliche oder medikamentöse Therapien werden gemeinsam diskutiert. Bei einer obstruktiven Defäkation ist die Beckenbodenphysiotherapie die erste Therapie der Wahl. Ich weise Sie dann weiter zu erfahrenen Therapeutinnen. Es gibt auch spezifische Indikationen für operative Therapien.

Können chronische Beckenboden-schmerzen behandelt werden?

Diese werden meist mit Medikamenten und einer spezifischen Physiotherapie (Thiele, Triggerpunkt) angegangen. Mir ist besonders wichtig, dass diese z.T. stark belastenden Beschwerden nicht bagatellisiert werden.